Der Schützenverein Barkhausen-Porta e.V. 1899 trauert um seinen Ehrenoberst

Wolfgang Wiedermann

September 1929 — 5. Juni 2026
Ehrenoberst Wolfgang Wiedermann

Mit tiefer Betroffenheit, aber auch voller Stolz und Dankbarkeit auf sein außergewöhnliches Lebenswerk, nehmen wir Abschied von einer der prägendsten Führungspersönlichkeiten unserer Vereinsgeschichte. Am 5. Juni 2026 verstarb unser Ehrenoberst Wolfgang Wiedermann im Alter von 96 Jahren.

67 Jahre Treue zur grün-weißen Schützenfamilie

Wolfgang Wiedermann trat am 1. Juli 1959 in unseren Schützenverein ein und war seither stolze 67 Jahre lang treues Mitglied der 1. Kompanie. Seine unbändige Tatkraft und seine Führungsqualitäten sollten die Geschicke des Vereins über Jahrzehnte hinweg tiefgreifend und dauerhaft prägen.

Die Ära des Kommandeurs und Vorsitzenden

Von 1972 bis 1990 leitete er den Verein als 1. Vorsitzender. Gleichzeitig führte er das Bataillon mit scharfem Verstand und fester Hand als Bataillonskommandeur und Oberst. Unter seiner Regie erreichten die großen Barkhauser Schützenfeste in den Weserwiesen am Ende der 1970er und in den 1980er Jahren legendäre Dimensionen, die weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlten. Im Jahr 1989 leitete er mit gewohnter Souveränität das 90-jährige Vereinsjubiläum.

Am 11. Juni 1989 übergab er das Kommando an seinen Nachfolger Hilmar Wohlgemuth und wurde in tiefer Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenoberst ernannt. Diesen Titel trug er seither mit unermüdlicher Würde über 37 Jahre lang.

Baumeister unserer Heimat: Das Schützenhaus

Als Architekt mit Leib und Seele schenkte er dem Verein das Fundament, auf dem wir heute noch stehen. Unter seiner fachlichen Führung und Planung wurde das Barkhauser Schützenhaus „Unterm Willem“ maßgeblich Anfang der 1970er Jahre umgebaut und erweitert. Dass wir heute über den großen 10-Meter- und sowie den modernen 25 bzw. 50-Meter- Schießstand verfügen, ist untrennbar mit seinem Namen und seinem unermüdlichen und selbstlosen Einsatz verbunden.

Höchste Ehrungen und bleibende Auszeichnungen

Sein herausragendes Engagement wurde vielfach gewürdigt. Bereits im Jahr 1981 wurde ihm das begehrte Portakreuz am grün weißen Band verliehen – eine Vereinsauszeichnung, die ihm so viel bedeutete, dass das Datum damals direkt auf die Rückseite graviert wurde. Auch der Westfälische Schützenbund (WSB) würdigte seine Arbeit: Nach der Verleihung der WSB-Verdienstnadel in Gold wurde ihm im Jahr 1984 die WSB-Ehrennadel in Gold verliehen. Eine weitere Würdigung des unermüdlichen ehrenamtlichen Engagements wurde Wolfgang Wiedermann 2023 zuteil.
Der Deutsche Schützenbund (DSB) verlieh das Protektoren-Abzeichen in Silber im Einvernehmen der verleihenden Protektors S. H. Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha. Eine im Schützenkreis Minden sehr seltene überreichte Auszeichnung. DSB- und WSB-Ehrungen über seine Verdienste sind in unseren Herzen und in den Vereinschroniken für die Ewigkeit eingemeißelt.

Mit Wolfgang Wiedermann verliert der Schützenverein Barkhausen-Porta e.V. 1899 nicht nur einen herausragenden Ehrenoberst und den Vater unseres heutigen 1. Vorsitzenden Dirk Wiedermann, sondern ein echtes Vorbild an Kameradschaft, Vision und Heimattreue.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner gesamten Familie.

Wir werden unserem Ehrenoberst Wolfgang Wiedermann ein ehrendes, dankbares und unvergessenes Andenken bewahren. Das Barkhauser Schützenbataillon hat ihm unter der Leitung von Oberst Ralf Kuhnert und Ehrenoberst Hilmar Wohlgemuth bei seinem letzten Weg die letzte Ehre mit erwiesen.

Schützenverein Barkhausen-Porta e.V. 1899
Der Vorstand und das Schützenbataillon Barkhausen

Überragender Erfolg für Stefan Tak bei Landesmeisterschaft

Perkussions- und Vorderladerschütze des SV Barkhausen-Porta erfolgreich

Mit einer außerordentlichen Sammlung von Meistertiteln und Medaillen kehrte Stefan Tak von der Landesmeisterschaft des Westfälischen Schützenbundes (WSB) in Schale (Kreis Steinfurt) zurück. Der Sportschütze des SV Barkhausen-Porta sammelte überragend 5 Gold- und 2 Silbermedaillen in den Disziplinen der Vorderlader- und Perkussionssportschützen.

Für Vorderlader Waffen gilt uneingeschränkt, dass beim Ladevorgang das Treibmittel und dann das Geschoss nur durch den Lauf in die Kammer eingebracht werden dürfen, bzw. beim Perkussionsrevolver das Treibmittel gefolgt vom Projektil und Dichtmittel ebenso von vorn in die Trommel eingeführt werden. Die Auslösung des Schusses erfolgt über einen direkten oder indirekten Schlag eines Hammers (Hahn).

Bei Steinschosssportgeräten wird die Treibladung durch ein Zündloch mittels eines Zündmittels, durch Anschlagen oder Reiben vom Stein auf Stahl, der auslösende Funken dazu erzeugt und zum Pulverdepot weitergeleitet.

Alle Reproduktionen der antiken Originalpistolen, -revolver oder -gewehre müssen im Stil, Visierung, Schloss, Abzug, Lauf und Schaft detailgetreu erstellt worden sein. Es kommen allerdings auch sehr wertvolle historische Besitztümer zum Einsatz. Voraussetzungen diese Sportart zu betreiben ist ein Berechtigungsschein für die Handhabung von Sprengmitteln (Pulver) und ggf. die eigene Herstellung von selbstgegossenen Projektilen (Kugeln bis zu einem Durchmesser von 18 mm).

Der mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer in den verschiedensten Disziplinen war einmal mehr Stefan Tak in den gesamten Wettkämpfen der Klasse Herren I. Mit dem Perkussionsgewehr und für 134 Ring aus 15 Wertungsschüssen bestieg er erstmals das Siegerpodest auf Platz 1. Er erzielte dabei u. a. 4mal die 10 bei einem Zentrumsdurchmesser von 50 mm! Mit dem Perkussionsfreigewehr (Distanz 100 m im Liegendanschlag) gab es mit 117 Ring ebenfalls die Goldmedaille. Über 50 m stehend Freihand, zielt man auch mit dem Perkussionsdienstgewehr. Mit diesem Sportgerät gelang eine weitere goldene Ausführung der Ehrung mit 138 Ring (5×10).

7-facher Titelträger Stefan Tak des SV Barkhausen-Porta mit seiner Muskete und überreichten Medaillen

Nur ein Ring betrug der Abstand zum Zweitplatzierten in der Disziplin Steinschlossgewehr (125/2). Dies war die geringste Distanz zum Nächstplatzierten. Mit der Muskete reichte es zum Vizelandesmeister (92/1 s. Foto).

Damit nicht genug, bestieg Stefan Tak auch das Siegertreppchen als zweiter in der Disziplinen Perkussionspistole (132/5). Mit der Steinschlosspistole (122/3) reichte es abschließend zum 5. Landestitel unangefochten.

In der Vergangenheit war man im Schützenkreis Minden gewohnt auch andere Sportler in den jeweiligen Einzelkonkurrenzen und Teamwettbewerben im Teilnehmerfeld zu sehen. Dies gelang in diesem Jahr auf Grund von beruflicher und terminlicher Hinsicht nicht. Abschließend bleibt zu hoffen, dass Stefan Tak die hiesigen Sportschützen im Bereich der historischen Waffen bei den Deutschen Meisterschaften im Landesleitungsstützpunkt des Niedersächsischen Sportschützen-Verband in Hannover in fünf Wochen auch nachdrücklich vertreten kann mit seinen erreichten Qualifikationsringzahlen der Landesmeisterschaften.

(Text und Foto: Rüdiger Eichhorn)

Landesmeistertitel 2026 in der Disziplin Luftpistole vergeben

SV Barkhausen-Porta stellt Sieger im Nachwuchsbereich

In der Disziplin Luftpistole wurden die Landesmeistertitel im Landesleistungszentrum Dortmund für das Jahr 2026 vergeben. Erfolgreich waren erneut die jungen Sportler/innen des SV Barkhausen-Porta im Westfälischen Schützenbundes (WSB) im Jugend- und Juniorenmannschaftswettkämpfen, sowie in der Einzelkonkurrenzen.

In der Jugendklasse (15-16 Jahre) siegten Laura Meier, Lia Trömer und Leif Volkening mit souveränem Vorsprung von 13 Ring und Gesamtresultat von 1036 im Teamwettkampf. Laut Sportordnung gehen die Geschlechter ab dem 17. bis 20. Lebensjahr dann getrennte Weg in der Mannschaftswertung. Ihre Vormachtstellung bewiesen einmal mehr dabei die Juniorinnen Kira Holtmann, Alexa und Liana Ostrovski. Sie brachten zur Freude ihres Trainers, Jörg Friedland, den Titel mit 1069 Ring nach Hause.

In der Einzelkonkurrenz der weiblichen Jugendlichen wurde Landesmeisterin Lia Trömer mit Einzelpassen von 90, 94, 89, 81 und Gesamtergebnis von 354 Ring. Laura Meier wurde Landesvizegewinnerin mit 345 (86, 87, 88, 84). In seiner ersten Teilnahme auf Landesebene siegte Leif Volkening (früher SV Hahlen) mit 337 (79, 85, 92, 81) bei den männlichen Teilnehmern.

Von links nach rechts: Landesmeistermannschaft Jugend Lia Trömer, Laura Meier, Leif Volkening

Bei den Juniorinnen I (19-20 Jahre) wurde Alexa Ostrovski mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Sie erzielte 350 (89, 85, 91, 85) Ring. Ihre Schwester Liana Ostrovski bekam für 361 (93, 88, 90, 90) Ring die goldene Auszeichnung. Mit 358 (89,90, 88, 91) Ring folgte ihr Kira Holtmann in der Reihenfolge auf das Podest bei den Juniorinnen II. Ezaden Khedo erreichte mit 324 (79, 91, 78, 76) den 5. Rang bei den Junioren I.

Von links nach rechts: Landesmeistermannschaft Juniorinnen Kira Holtmann, Liana & Alexa Ostrovski

Ob alle erfolgreichen Nachwuchssportler/innen sich auch für die im August stattfindenden Deutschen Meisterschaften in München/Hochbrück mit ihren Ergebnissen qualifiziert haben, wird sich dann in ca. 6 Wochen herausstellen.

(Text und Fotos: Rüdiger Eichhorn)

Auszeichnungen des ehrenamtlichen Engagements beim SV Barkhausen-Porta

Auch langjährigen Mitglieder wurde Dank gesagt

Im Rahmen des Antretens zum „Sommerball“ am Schützenhaus (früher Königsball im Festsaal des „Kaiserhof“) nahmen würdigende Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement einen großen Raum ein. Darüber hinaus wurden auch dankbare Worte für langjährige Vereinsmitglieder, des Schützenvereins Barkhausen-Porta von 1899 e.V., ausgesprochen. Besonders beeindruckte die respektierende Disziplin der Anwesenden, in Form der Kompanien des Stadtgebietes, der Vereinsmitglieder selbst, sowie der Freunde und Nachbarn aus Barkhausen. Dies wurde abschließend mit viel Beifall bedacht. Ist es doch keine Selbstverständlichkeit der fast einstündigen Veranstaltung vor dem eröffnenden Ehrentanz des Königspaares, bei einstelligen Temperaturen, zuzuhören.

„Ein Ehrenamt ist eine freiwillige Tätigkeit für das Gemeinwohl, die oft in Vereinen, sozialen Einrichtungen oder Hilfsorganisationen, ausgeübt werden. Über 30 Millionen Bürger unserer Bundesrepublik engagieren sich im Sport, der Tradition und Jugendarbeit.“ Mit diesen Worten begann der in Doppelfunktion an diesem Abend stehende Vereinsehrungsverantwortliche und Bezirksvorsitzende der Schützen Ostwestfalens und Lippe, Rüdiger Eichhorn, seine begründeten Würdigungen.

In der Anerkennung des langjährigen Schaffens zum Wohl der Gemeinschaft wurden die Jugendverdienst Nadel in Bronze der Westfälischen Schützenjugend (JVNB), die Goldene Verdienstnadel (VN), die große Ehrennadel in Gold (EN), als auch das Ehrenschild (ES) verliehen.

Gemeinsam handelnd gratulierten Dirk Wiedermann, als 1. Vorsitzender, und Ralf Kuhnert, als Geschäftsführer, zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden:

  • Marco Backhaus (JVNB)
  • „Tausendsassa“ Tim Belling (VN)
  • Sebastian Ehrling (EN)
  • Jörg Haubold (VN)
  • David Heth (Nachreichung JVNB)
  • Kira Holtmann (JVNB)
  • Regina Horn-Sandvoß (EN)
  • Thomas Kalsow (VN)
  • Norbert Krause (EN)
  • Ralf Kuhnert (EN)
  • Helmut Lampe (VN)
  • Benjamin Meier (VN)
  • Bettina Mentzner (VN)
  • Dr. Sven Mietling (VN)
  • Uwe Pruschinski (ES)
  • Frank Sander (VN)
  • Carsten Scholl (VN)
  • Stephan Scholl (VN)
  • Andreas Schulte (VN)
  • Aleksey Tsaturyan (VN)
  • Dirk Wiedermann (EN)
Die gewürdigten Ehrenamtler des SV Barkhausen-Porta

Ein besonderes Geschenk wurde außerdem Sebastian Ehrling überreicht für den, im März 2026 geborenen Sohn und damit jüngstem Mitglied in der Gemeinschaft. Der Aufdruck der Stramplers: „Schützenkönig 2045“, stellt schon mal den weiteren, hoffnungsvollen Vereinswerdegang dar.

Für langjährige Mitgliedschaft wurden bedacht:

  • Sabrina Krause, Frederik Meyer, Kaus Schröer und Roderich Volkening für bisherige 10 Jahre.
  • Für andauernde 20 Jahre wurden Jörg Friedland, Victoria Janetzek, Helmut Lampe und Andreas Schulte mit Urkunden bedacht.
  • Auf 30 Jahre blickt Martin Kedeinis zurück.
  • Für 40 Jahre wurden Jörg Haubold, Stephan Scholl und Torsten Schonebohm geehrt.
  • Das „halbe Jahrhundert“ haben Thomas Besch und Bettina Mentzner erreicht.
  • Besonders gewürdigt wurden Regina Horn-Sandvoß, Günter Ruschmeier, Wolfgang Tyrock und „Altbürgermeister“ Hilmar Wohlgemut, die schon alle 60 Jahre Vereinsgeschichte mitprägten.

Nach dem traditionellem Eröffnungstanz des Königspaares Cedrik Bergbrede und Nadine Meier, mussten sich alle zunächst nach den Klängen der Band CROSSOVER „warm-tanzen“. Danach verlief die „Black & White-Party“ harmonisch in den Abend.

(Text und Fotos: Rüdiger Eichhorn, Sebastian Ehrling)